Sicherheitskultur im Wandel

Themen: Cyber Security 

 
 
  

Cyber Security

Die umfassende Vernetzung digitaler Systeme aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen gefährdet nicht nur digitale Inhalte (Datensicherheit), sondern auch technische und soziale Strukturen. Das Bedrohungspotential elektronischer Attacken auf private, wirtschaftliche oder militärische EDV-Systeme ist ebenso wie deren öffentliche Wahrnehmung signifikant gestiegen. Sogenannte kritische Infrastrukturen – vitale Systeme für die Versorgung der Gesellschaft mit Wasser, Strom, Informationen etc. – sind zum Teil in unsichere Systeme eingebunden bzw. selbst nicht ausreichend gesichert. Dabei sind alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen auf vielfältigste Weise betroffen. Staaten sind etwa nicht bloß Opfer von Angriffen, sondern greifen auch kontrollierend in den Datenverkehr ein.

Das Schadenspotential scheint enorm, wie etwa der Angriff auf das iranische Nuklearprogramm durch das 'Stuxnet'-Virus zeigt. Inzwischen rüsten besonders Militärs ihre Aufklärung um Cybereinheiten auf, vereinzelt sogar im transnationalem Rahmen (NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence). Auch Deutschland richtete unlängst ein Nationales Cyber-Abwehrzentrum ein. Gesellschaftliche Akteure wie WikiLeaks sind eine Herausforderung für die staatliche Geheimdiplomatie. Firmen wie Facebook oder Google tragen teilweise unkontrolliert Datenberge zusammen.

Politisch wird dem Problem, trotz seiner vernetzten und grenzübergreifenden Natur, nur in vereinzelten Fällen mit transnationaler Zusammenarbeit begegnet (etwa bei der NATO). Akademisch findet ebenfalls kaum interdisziplinäre Zusammenarbeit statt. Informatiker und Ingenieure beschreiben technische Aspekte der Sicherheitslücken, Juristen fordern eine Novellierung des Urheberrechts und Politologen weisen auf die transnationalen Gefahren und die damit verbundenen Problematiken hin. Ein gesamtgesellschaftliches Vorgehen, um Sicherheit von digitalen Systemen auf privater, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene zu erreichen, steht noch ganz am Anfang.

Aktivitäten zum Thema

11/2011 Leaking: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung? Workshop und Podiumsdiskussion in Frankfurt

Die als "leaking" bezeichnete unauthorisierte Veröffentlichung als geheim klassifizierter Informationen im Internet hat sich seit dem Auftritt WikiLeaks auf der Bühne globaler Politik zu einem viel diskutierten Kulturphänomen ausgeweitet. Im Rahmen dieses Workshops und einer öffentlichen Podiumsdiskussion haben wir eine erste Einschätzung dieses Phänomens, seiner Wirkungen sowie eine normative Bewertung versucht. [Workshop Leaking]

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News

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Dritter Sammelband "Politik und Unsicherheit: Strategien in einer sich wandelnden Sicherheitskultur" erschienen Weiter »

Sammelband "Verunsicherte Gesellschaft - überforderter Staat" erschienen Weiter »