Sicherheitskultur im Wandel

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Alle Aktivitäten

09/2010 The Transformation of Security Culture Sektion auf der SGIR-Konferenz, Stockholm

Auf der großen Konferenz der SGIR (Standing Group on International Relations) vom 9.-11. September 2010 in Stockholm, Schweden, organisierten wir eine eigene Sektion zum Thema Sicherheitskultur im Wandel. In sieben panels wurden viele Aspekte dieses Oberthemas diskutiert und erläutert, wie im ausführlichen Konferenzbericht nachzulesen ist [Konferenzbericht]
Literatur
Kolliarakis, Georgios 2010: The Transformation of Security Culture. Sektion auf der SGIR-Konferenz, Stockholm (Konferenzpapier von der SGIR-Konferenz, Stockholm, Schweden, 9.-11.09.2010), in: http://www.sicherheitskultur.org/fileadmin/files/WorkingPapers/Bericht_SGIR_Kolliarakis.pdf; 5.1.2012.

12/2010 Wandel der Sicherheitskultur Aufsatz in APuZ - Aus Politik und Zeitgeschichte 50/2010

Sicherheit ist der zentrale Wertbegriff unserer Gesellschaft. Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren konkurrierten die Begriffe "Sicherheit" und "Frieden" um den Vorrang in Strategiedebatten und Parteiprogrammen. Heute ist "Sicherheit" der Goldstandard nationaler und internationaler Politik, und vom Frieden wird fast nur noch in politischen Sonntagsreden gesprochen. Dies ist auch auf die stetige Erweiterung des Sicherheitsbegriffs zurückzuführen, die in diesem Beitrag kurz nachgezeichnet wird. Das Fazit: Die Wahrnehmung dessen, was als Gefahr angesehen wird, wird von einem sich stetig verstärkenden Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft und den sich beständig ausweitenden Sicherheitsversprechen des Staates geprägt. Dieser Artikel steht bei der Bundeszentrale für Politische Bildung im Volltext zur Verfügung [Download] Literatur
Daase, Christopher 2010: Wandel der Sicherheitskultur, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 50/2010, 9-16.

02/2011 Sicherheitskultur live! Bericht von der Münchener Sicherheitskonferenz 2011

Die Münchener Sicherheitskonferenz (link) ist traditionell ein "Forum zur intensiven Diskussion der aktuellen und zukünftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen" und fand 2011 bereits zum 47. Mal statt. Daneben gibt es auch eine weitere Konferenz, die zeitgleich und in Abgrenzung dazu stattfindet, die Friedenskonferenz (link). Diese wird von gesellschaftlichen Gruppen getragen und versteht sich als ein Ort, an dem "Frieden und Sicherheit gestaltet" werden. Diese Aktivitäten haben wir mit einem großen Team live vor Ort verfolgt und multimedial dokumentiert. Christopher Daase verfolgte als Teilnehmer die Diskussionen auf der Sicherheitskonferenz, während Philipp Offermann, Gabi Schlag, Tobias Wille, Axel Heck und Dominik Wellmann die parallel stattfinden Veranstaltungen der Internationalen Friedenskonferenz besuchten. Unsere Berichte, Videos und Fotos stellen eine vergleichende Dokumentation verschiedener Subkulturen der Sicherheit dar [Multimedia-Blog]

05/2011 Winning Wars: A Brief Iconography of Wars' Endings Gastvortrag von Prof. Dr. Jan Willem Honig, King's College London

Prof. Dr. Jan Willem Honig, Professor für "War Studies" am King's College in London, stellte in einem Gastvortrag seine ersten Überlegungen zur Ikonographie von Friedensverhandlungen und der Beendigung von Kriegen vor.

05/2011 Human Terrain - War Becomes Academic Filmvorführung und Gespräch mit James Der Derian, Brown University

Human Terrain zeichnet die neue Strategie des US-Militärs nach, durch kultursensible Praktiken das Vertrauen der irakischen und afghanischen Bevölkerung zu gewinnen. Dabei wird auch die Kontroverse um eingebettete Wissenschaftler thematisiert, durch welche der Krieg auch an die Universitäten getragen wird. Am 30. Mai 2010 stellte Prof. James Der Derian vom Watson Institute for International Studies der Brown University seinen Film persönlich in Frankfurt vor. Weitere Informationen zum Film finden sich hier [Human Terrain]

08/2011 Globale Sicherheitskultur und die "Responsibility to Protect" Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Dieser Beitrag widmet sich dem Begriff der "globalen Sicherheitskultur". Um dem globalen Charakter analytisch gerecht zu werden, muss die Operationalisierung in anderer Weise erfolgen, als es beispielsweise einer im nationalstaatlichen Rahmen verhafteten Kultur nötig ist. So hebt der Beitrag den Prozesscharakter sowie die Bedeutung von rechtlichen wie diskursiven Praktiken der Staaten hervor. Empirisch steht die Responsibility to Protect (R2P) und die Frage, ob diese bereits eine globale Sicherheitskultur und mithin eine fundamentale Erweiterung des Sicherheitsverständnisses konstituiert, im Zentrum des Artikels. Hierzu wird zunächst die Entwicklungsgeschichte der Norm analysiert und schließlich deren Umsetzungspraxis anhand von Interventions- (Darfur) und Nicht-Interventionsfällen (Myanmar, Georgien, Kenia, Somalia und Simbabwe) untersucht. Der Beitrag schließt mit der Beobachtung, dass die R2P in der Tat bestimmte Elemente einer globalen Sicherheitskultur (im Werden) beinhaltet. Literatur
Junk, Julian 2011: Globale Sicherheitskultur und die "Responsibility to Protect", in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 95-102.

08/2011 Bildpolitik und Sicherheitskultur: Das TIME-Cover "Aisha" Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Im Zeitalter globaler Mediennetzwerke haben Bilder von Kriegen, Gewalt und menschlichen Katastrophen einen starken Einfluss auf Sicherheitskulturen. In Auseinandersetzung mit dem visual turn, der seit geraumer Zeit auch in der kritischen Sicherheitsforschung rezipiert wird, schlägt der Beitrag einen ikonologischen Ansatz vor, um der vielbeschworenen Macht der Bilder auf den Grund zu gehen. Zentrales Anliegen ist es, Bilder als Bilder in der politikwissenschaftlichen Forschung ernst zu nehmen. Im zweiten Teil wird dieser Ansatz genutzt, um ein Titelbild der Zeitschrift TIME zu interpretieren. Dieses Bild, das eine junge, afghanische Frau zeigt, der als Bestrafung die Nase und Ohren abgeschnitten wurden, symbolisiert eine visuelle Ikone der Schutzverantwortung. Gleichsam offenbart diese symbolische Form auch eine grundlegende Spannung zwischen Versicherheitlichungs- und Politisierungsdynamiken von gender und Menschenrechten vor dem Hintergrund einer Begründung des Afghanistaneinsatzes. Solche Bilder, so das abschließende Ergebnis, sind Ausdruck von Sicherheitskultur und sollten eine stärkere Beachtung in der politikwissenschaftlichen Sicherheitsforschung finden. Dieser Beitrag kann im Volltext beim NOMOS-Verlag heruntergeladen werden [Download] Literatur
Schlag, Gabi 2011: Bildpolitik und Sicherheitskultur: Das TIME-Cover "Aisha", in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 78-83.

08/2011 Überfordert und überschätzt? Aussichten der regionalen Sicherheitspolitik in Afrika und ihrer europäischen Unterstützung Tagungsbericht in FES Berlin, S. 22-38

Überfordert und überschätzt? Das war die Leitfrage einer Konferenz zur regionalen Sicherheitspolitik in und für Afrika, die in den Berliner Räumen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am 09. und 10. Februar in Berlin stattfand. Die Frage war im Prinzip durch die Konferenzteilnehmer schnell beantwortet: ein wenig überfordert, zumindest von außen eher unterschätzt, aber auf einem richtigen, weil dynamischen Weg. Dieser Konferenzbericht des externen Berichterstatters Julian Junk (Goethe-Universität Frankfurt) zeichnet nun nicht chronologisch die einzelnen Themenkomplexe und Diskussionen nach, sondern fasst vielmehr wiederkehrende Topoi, Ergebnisse, aber auch offene Fragen in sieben Punkten zusammen. Fünf Interviews, ein übergreifendes mit Präsident Chissano sowie je eines mit Experten der vier Organisationen (AU, ECOWAS, SADC und IGAD) ergänzen diese. [Tagungsbericht] Literatur
Junk, Julian 2011: Überfordert und überschätzt? Aussichten der regionalen Sicherheitspolitik in Afrika und ihrer europäischen Unterstützung (Konferenzbericht von der Konferenz zur regionalen Sicherheitspolitik in und für Afrika der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin, 9.-10.2.2011), in: http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=08404&ty=pdf, 5.12.2012.

08/2011 Von der Schuldkultur zur Sicherheitskultur. Eine begriffsgeschichtliche Analyse 1986 - 2010 Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

In der Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland wurde der Begriff "Sicherheitskultur" durch den Untersuchungsbericht der internationalen Atomenergiebehörde zum Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahre 1986 eingeführt. Seit dieser Einführung nimmt die Häufigkeit des Begriffs in den deutschen Printmedien Medien stets zu. Im Vergleich zu den Jahren 2000-2004 hat sich die Nennung in den Jahren 2005-2009 nahezu verdoppelt. Im Zuge dieser Entwicklung wird der Bedeutungsraum des Konzepts von seinem ursprünglichen Referenzzusammenhang gelöst und entfaltet eine genuine Eigenlogik. Semantisch lassen sich zwei Hauptfunktionen identifizieren: eine komparative Funktion und eine operative Funktion. Die komparative Funktion dient dazu, kollektive Akteure mit Blick auf ihren Umgang mit Sicherheit zu vergleichen. Die operative Funktion nimmt hingegen Relationen in den Blick: zwischen Mensch-Maschinen, Mensch-Menschen und Mensch-Regeln. Diese zweite Funktion lenkt den Blick auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen, die sich weder rein der technologischen noch rein der kulturellen Ebene zurechnen lassen. Anders als der rationalistisch kalkulierende Risikobegriff, beobachtet der öffentliche Blick auf Sicherheitskulturen nicht mehr allein die Rationalität der Akteure, sondern Verknüpfungen von Techniken und kulturellen Interpretationsmustern. Dieser Beitrag kann im Volltext beim NOMOS-Verlag heruntergeladen werden [Download] Literatur
Rauer, Valentin 2011: Von der Schuldkultur zur Sicherheitskultur. Eine begriffsgeschichtliche Analyse 1986 - 2010, in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 66-71.

08/2011 Subkulturen der Sicherheit. Die Münchner Sicherheitskonferenz und die Münchner Friedenskonferenz im Vergleich Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Die Münchener Sicherheitskonferenz bietet seit fast 50 Jahren eine wichtige Plattform, bei der sich die geladenen TeilnehmerInnen – zumeist Angehörige von Regierungen und Streitkräften sowie Wirtschaftsverteter – im Bayrischen Hof in München über sicherheitspolitische Fragestellungen austauschen. Parallel findet seit ca. 10 Jahren eine weniger bekannte Münchener Friedenskonferenz statt, welche sich als explizite Gegenveranstaltung zur Sicherheitskonferenz versteht und von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen u.a. aus der Friedensbewegung getragen wird. Dieser Artikel stellt eine erste Auswertung der teilnehmenden Beobachtung beider Konferenzen im Februar 2010 dar. Zusammen, so die These, bilden beide Veranstaltungen ein sicherheitskulturelles event: Die Sicherheitskonferenz nimmt dabei eine hegemoniale Stellung ein, während sich die Friedenskonferenz klar als Ausdruck einer Gegenkultur begreift und auch so wahrgenommen wird. Beschreibung und Analyse dieses events legen neben einem Vergleich der materiellen, praktischen Ebene (etwa der unterschiedlichen Verortung in der Stadt) besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Sicherheitsdiskurse, also Fragen der Themensetzung, der Konzeption von 'Sicherheit' sowie der allgemeinen Gesprächskultur. Eine solche Analyse liefert damit eine empirische Annäherung an eine spezifische deutsche Sicherheitskultur. Literatur
Daase, Christopher/Offermann, Philipp 2011: Subkulturen der Sicherheit. Die Münchner Sicherheitskonferenz und die Münchner Friedenskonferenz im Vergleich, in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 84-89.

08/2011 Sicherheitskultur – Ein Konzept zur interdisziplinären Erforschung politischen und sozialen Wandels Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Das Konzept der Sicherheitskultur ist zuletzt in den Focus verschiedener akademischer Teildisziplinen gerückt. Warum das so ist und welche neuen Perspektiven sich mit dem Kulturbegriff ergeben haben, soll im ersten Teil dieses Beitrags dargestellt werden. Im zweiten Teil werden exemplarisch drei unterschiedliche disziplinäre Zugänge zur Sicherheitskultur beschrieben, um die Möglichkeiten interdisziplinärer Kooperation in der Sicherheitsforschung auszuloten. Schließlich soll im dritten Teil ein kulturwissenschaftlicher Ansatz skizziert und abschließend präzisiert werden, auf welche Art von Forschungsfragen dieser Ansatz Antworten geben könnte. Dieser Beitrag kann im Volltext beim NOMOS-Verlag heruntergeladen werden [Download] Literatur
Daase, Christopher 2011: Sicherheitskultur – Ein Konzept zur interdisziplinären Erforschung politischen und sozialen Wandels, in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 59-65.

08/2011 Die neue Ambivalenz in der Sicherheitspolitik: Sicherheitskultur als tiefer Kontext Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Angesichts aktueller Sicherheitsbedrohungen, die die gesellschaftliche Alltagsnormalität dramatisch zu unterbrechen vermögen, stoßt die Politik ziviler Sicherheit an der Grenze von Berechenbarkeit und rationaler Planung. Zivile Sicherheit wird zunehmend in Bezug auf die Vulnerabilität kritischer Infrastrukturen und dies favorisiert gewisse sicherheitspolitische Reaktionsmuster wie z.B. den Fokus auf Bedrohungen mit niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schadensausmaß, aktionistische Symbolpolitiken, und das Vorantreiben von High-Tech Innovationen. Das Definieren und Priorisieren von bestimmten neuen Themen als Sicherheitsbedrohungen sowie das Selektieren bestimmter Behandlungsoptionen sind Manifestationen herrschender Sicherheitskultur. Sicherheitskultur liefert sicherheitspolitischen Entscheidungen einen "tiefen Kontext" und auf einer unsichtbaren Weise hilft sie dabei, Ungewissheit und Ambiguität zu reduzieren und politische Dilemmata zu überwinden um handlungsfähig zu werden. Nichtdestotrotz ist Sicherheitskultur ein ambivalenter Mechanismus, der die politische Fähigkeit, aktuellen Probleme erfolgreich zu begegnen und zukünftige zu antizipieren, steigern aber auch unterminieren kann. Literatur
Kolliarakis, Georgios 2011: Die neue Ambivalenz in der Sicherheitspolitik: Sicherheitskultur als tiefer Kontext, in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 72-77.

08/2011 Sichere Gesundheit – gesunde Sicherheit: Pandemien als objektives und subjektives (Sicherheits-)Risiko Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden, 2011/2

Die Globalisierung, v. a. der gestiegene Flugverkehr, die zunehmende Verstädterung und das Vordringen in den tropischen Regenwald haben eine erhöhte Verwundbarkeit der Menschheit gegenüber Viren und Bakterien zur Folge und damit die mathematische Wahrscheinlichkeit von Pandemieereignissen erhöht (objektive Unsicherheit). Aber auch das Bewusstsein von Gesellschaften, Staaten und internationalen Organisationen gegenüber solchen Risiken ist deutlich größer geworden (subjektive Unsicherheit): Pandemieereignisse werden auf der inter-gouvernementalen Ebene immer mehr als existenzielle Bedrohung aufgefasst und zunehmend "versicherheitlicht". Dabei ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass ein versicherheitlichtes Regierungshandeln, das auf eine möglichst effektive Problemlösung fokussiert ist, auf Kosten der individuellen Freiheits- und Bürgerrechte einer Gesellschaft geht. Der problematische trade-off zwischen Sicherheit einerseits und Freiheit andererseits lässt sich besonders gut am Beispiel von Singapurs Umgang mit SARS-Krise zeigen. Literatur
Engert, Stefan 2011: Sichere Gesundheit – gesunde Sicherheit: Pandemien als objektives und subjektives (Sicherheits-)Risiko, in: Sicherheit und Frieden 29, 2, 103-108.

09/2011 Normen und Praxis humanitärer Interventionen R2P-Workshop in Frankfurt

Der Workshop befasste sich in einem interdisziplinären Dialog mit der Responsibility to Protect (R2P), der Schutzverantwortung der Staaten der internationaler Gemeinschaft. Diese steht nicht zuletzt durch die NATO-geführte und UN-mandatierte internationale Intervention in Libyen im Jahr 2011 wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Beiträge des Workshops werden im Doppelheft 3+4/2012 der Zeitschrift "Die Friedens-Warte - A Journal of International Peace and Organization" erscheinen [Workshop R2P]

10/2011 Strategische Kulturen in Europa Autoren-Workshop in Frankfurt

Dieses Buchprojekt untersucht die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den jeweiligen strategischen Kulturen der 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Türkei. Dabei soll ein tieferes Verständis für die grundlegenden Aspekte der nationalen Sicherheits- und Verteidigungspolitiken und deren Auswirkungen auf die zukünftige EU-Politik in diesem Bereich erlangt werden. Damit leistet das Projekt auch einen empirischen wie konzeptionellen Beitrag zur weiteren Erforschung von nationalen Sicherheitskulturen. In Zusammenarbeit mit dem sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr. Weitere Informationen hier [Strategische Kulturen] (Englisch)

11/2011 Leaking: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung? Workshop und Podiumsdiskussion in Frankfurt

Die als "leaking" bezeichnete unauthorisierte Veröffentlichung als geheim klassifizierter Informationen im Internet hat sich seit dem Auftritt WikiLeaks auf der Bühne globaler Politik zu einem viel diskutierten Kulturphänomen ausgeweitet. Im Rahmen dieses Workshops und einer öffentlichen Podiumsdiskussion haben wir eine erste Einschätzung dieses Phänomens, seiner Wirkungen sowie eine normative Bewertung versucht. [Workshop Leaking]

12/2011 Sicherheitspolitische Krisen Neues Debattenformat auf der Webseite

In einer sicherheitspolitischen Krise kommt der Kommunikation in der Öffentlichkeit eine Schlüsselrolle zu: Die Art und Weise, wie Entscheidungsträger, staatliche Behörden, Online- und Printmedien, Interessensvertreter aus der Wirtschaft sowie nicht-staatliche Organisationen und Bürgerinitiativen über Bedrohungen kommunizieren, prägt maßgeblich die Akzeptanz von Maßnahmen und den Erfolg ihrer Umsetzung. Zu diesem themenkomplex baten wir fünf KollegInnen aus verschiedenen Disziplinen um ein kurzes statement [Zur Debatte]

04/2012 Regionale Sicherheitskulturen im Vergleich Working Paper 10 | 2012

Seit dem Jahr 2005 ist der Schutz vor schweren Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Völkermord durch die UN zum überwölbenden Ziel von staatlicher, regionaler und globaler Sicherheit erhoben. Diese Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, R2P) illustriert somit die Abkehr von "alter" globaler Sicherheitskultur, die sich über Jahrzehnte auf die scheinbar unumstößlichen Eckpfeiler souveräner Gleichheit und strikter Nicht-Einmischung gestützt hatte. Nimmt diese globale Norm aber regionale Sicherheitskomplexe ausreichend in den Blick? In diesem Working Paper beleuchtet Max Lesch die Perzeption der Schutzverantwortung in den regionalen Organisationen Südostasiens und Afrikas durch die Linse ihrer Sicherheitskulturen. Anstatt die Schutzverantwortung bloß als normative Innovation zu erfassen, wird sie als Ausdruck "kulturellen Wandels" konzeptualisiert, um neben der "abstrakten Norm" auch die "konkrete Praxis" in die Betrachtung einfließen zu lassen. [Download Working Paper]

04/2012 Erster Projekt-Sammelband Sicherheitskultur. Soziale und politische Praktiken der Gefahrenabwehr

Der erste Sammelband des Projekts ist herausgegeben von Christopher Daase, Philipp Offermann und Valentin Rauer. Er versammelt insgesamt fünfzehn Beiträge, die aus verschiedenen Perspektiven das Feld der Sicherheitskultur beleuchten. Alle Informationen zum Band [hier]

05/2012 Securitizing Images: The female body and the war in Afghanistan Aufsatz im European Journal of International Relations, online

Referring to the recent 'visual turn' in Critical Security Studies, the aim of this article by Gabi Schlag and Axel Heck is threefold. First, by taking the concept of visual securitization one step further, we intend to theorize the image as an iconic act understood as an act of showing and seeing. This turn to the performativity of the visual directs our attention to the securitizing power of images. Second, this article addresses the methodological challenges of analysing images and introduces an iconological approach. Iconology enables the systematic interpretation of images as images by also taking their social embeddedness into account. In the third part of this article we apply this theoretical and methodological framework to analyse a cover of the TIME magazine published in summer 2010. The cover shows a young Afghan woman whose ears and nose were cut off accompanied by the headline: 'What happens if we leave Afghanistan'. This cover image not only provoked a heated debate in the USA about the (ab)use of images in order to legitimize the continuity of the war in Afghanistan, but shows how gender and the body are visually securitized. Der Artikel kann beim EJIR abgerufen werden, das institutionelle Abo vorausgesetzt [Download] Literaturangabe: Gabi Schlag/Axel Heck 2012: Securitizing Images: The female body and the war in Afghanistan. European Journal of International Relations (published online 27 April 2012). DOI: 10.1177/1354066111433896

05/2012 The Visualization of Uncertainty Aufsatz im Band "Iconic Power. Materiality and Meaning in Social Life"

Sociology has reacted to the modern challenge of the future with the concept of 'risk'. However, as often criticized, the concept of risk reduces social action to rationalistic techniques of calculation and probabilities. But rational calculation is only one strategy among many that deals with the unknowns of the future. Instead, as social scientists argue, modern states have to deal with both, with risks as well as with uncertainties. Beyond risk calculation, cultural forms have been developed in order to show how societies cope with unknown futures. Public imaginations of future scenarios in terms of uncertainties refer rather to images and icons, less to numbers. This essay by Valentin Rauer attempts to provide one step toward a more methodological refined approach to the study of such visualizations. [more] Full citation: Rauer, Valentin (2012): The Visualization of Uncertainty. In: Alexander, Jeffrey, Bartmanski, Dominik, Giesen, Bernhard (Eds.): Iconic Power. Materiality and Meaning in Social Life, New York: Palgrave MacMillan, S. 139-154.

06/2012 Normen und Praxis humanitärer Interventionen Autoren-Workshop in Konstanz

The example of the Responsibility to Protect reveals that there is a gap between normative innovation and the practice of norm implementation. This is particularly true for the ever-shifting patterns of global politics. The prevalent two-step view of norms (first, norms are decided upon; second, they are implemented) has obvious limits. This authors’ conference discusses the non-linearity of global norm developments, the global practice of norm implementation, and the ways, even workarounds, how actors try to operationalize norms in political decision-making and practical policy implementation. Weitere Informationen auf der Workshop-Seite [Workshop Interventions]

06/2012 Function Follows Form: The Organizational Design of Peace Operations Aufsatz im Journal of Intervention and State-Building

This article by Julian Junk challenges the view that peace operations are rationally designed to select an optimal organizational structure for operational performance. Instead, two dynamics lead to the adoption of dysfunctional organizational structures. First, different preferences among state and organizational actors involved in planning a peace operation (‘heterogeneity of the sponsoring coalition’) lead to diffused authority (‘heterarchical design’) in peace operations structures. Second, characteristics of the organizational environment (‘ambiguity’ and ‘stickiness’) in which peace operations are authorized and planned cause the adoption of dysfunctional organizational structures. Investigating briefly the Office of the High Representative (OHR) in Bosnia, the United Nations Mission in Kosovo (UNMIK), and the UN Transitional Administration in East Timor (UNTAET), the article finds the hypothesized relationships consistent with the finding of the cases. While function does not always follow form there are strong indications that it often does in the international context.

Literaturangabe:
Junk, Julian 2012: Function Follows Form: The Organizational Design of Peace Operations (published online 29 June 2012), in: Journal of Intervention and Statebuilding 6, 3. DOI: 10.1080/17502977.2012.655627.

06/2012 Organizing Peace in a Multilevel System Aufsatz im Journal of Intervention and State-Building

This article by Julian Junk provides an introduction to the special issue ‘Organizing Peace: Organization Theory and International Peace Operations’ of the Journal Intervention and State-Building (6/3). It introduces the empirical case of international peace operations by outlining organizational challenges they are confronted with in particular organizational cohesion, coordination, agency, and reform. The introduction makes the case for utilizing the analytical potential of administrative science and organizational theory for the study of these organizational challenges and provides an overview of the articles assembled in this special issue.
Literaturangabe: Junk, Julian 2012: Organizing Peace in a Multilevel System – An Introduction to the Special Issue (published online 29 June 2012), in: Journal of Intervention and Statebuilding 6, 3. DOI: 10.1080/17502977.2012.664927

07/2012 Apokalyptische Verunsicherung. Zur Bedrohlichkeit des Ununterscheidbaren Working Paper 11 | 2012

Apokalypsen beruhen auf tradierten Bildern, fiktiven Imaginationen und kulturellen Deutungsmustern. Damit sind weder reproduzierbar noch wissenschaftlich mit validen Methoden beschreibbar. Auch das traditionell starke Risikokonzept der Sozialwissenschaften zur Beschreibung der Zukunft ihres Forschungsgegenstandes greift hier nicht. Dieser Beitrag von Valentin Rauer unternimmt deshalb den Versuch, im Rahmen dieser sozialwissenschaftlichen Ansätze nach den spezifisch sicherheitskulturellen Aspekten von Apokalypsen zu fragen. Dazu wird eine Typisierung vorgeschlagen, die sich historisch auf das 20. Jahrhundert beschränkt und sich in drei Phasen unterteilt. Kreisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die apokalyptischen Bedrohungsszenarien noch um die Subjekte (die apokalyptische Bedrohung der Menschheit ging von der modernen Gesellschaftsordnung, d.h. von der Menschheit selbst aus), so geriet gegen Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend die objektive Welt der Dinge und Technologien unter Verdacht, eine Apokalypse auszulösen. Inzwischen scheint sich mit Übergang zum 21. Jahrhundert eine dritte Phase von apokalyptischen Szenarien auszudifferenzieren: Existentielle Bedrohungen gehen nicht mehr von identifizierbaren Bedrohungen wie gesellschaftlichen Entfremdungen oder Atomwaffen aus. Vielmehr gelten das Nicht-Identifizierbare, die Ununterscheidbarkeit als existentielle Bedrohung. Auf die Apokalypse der Subjekte und der Apokalypse der Objekte, so der Vorschlag dieses Papiers, folgt die ‚apokalyptoide’, d.h. Apokalypse-ähnliche Situation. Dieser Beitrag kann im Volltext heruntergeladen werden [Download]

07/2012 Netzwerke der Sicherheit. Überlegungen zum Umbau demokratischer Sicherheitspolitik Aufsatz in S+F / Sicherheit + Frieden 2/2012

Wie Christopher Daase und Julian Junk in diesem Beitrag aufzeigen, besteht die aktuelle sicherheitspolitische Herausforderung nicht nur im Umbau der Sicherheitsarchitektur ohne dabei das hohe Sicherheitsniveau auch nur vorübergehend abzusenken, sondern vor allem auch darin, die Grundlagen demokratischer Sicherheitspolitik zu wahren. „Vernetzte Sicherheit“ muss deshalb umfassend verstanden werden und alle mit Sicherheit befassten Akteure und Institutionen eines demokratischen Systems einbeziehen. Denn erfolgreiche Sicherheitspolitik erfordert mehr als Effizienz und Effektivität: die Legitimität ihrer Maßnahmen, die Transparenz der Entscheidungsfindung und die Öffnung der Entscheidungsprozesse für gesellschaftliche Gruppen sind für eine demokratische Sicherheitspolitik von zentraler Bedeutung. Der Beitrag plädiert für eine sicherheitspolitische Netzwerkforschung, die im Gegensatz zu der bislang verengt geführten Debatte um „vernetzte Sicherheit“ genau diesen Fragen von Effizienz, Effektivität und Legitimität nachgeht und dabei Erkenntnisse der Netzwerktheorie nutzt. Dabei sollen auch Netzwerke jenseits der Exekutive in den Blick genommen und sicherheitspolitische Herausforderungen für die Legislative und Judikative sowie für das Zusammenwirken der drei Gewalten thematisiert werden. Der Beitrag geht in drei Schritten vor: Zunächst skizziert er den sicherheitspolitischen Forschungsstand zu „vernetzter Sicherheit“, stellt dann einen Ansatz sicherheitspolitischer Netzwerkforschung vor und zeigt schließlich exemplarisch die Legitimationsprobleme vernetzter Sicherheit auf exekutiver, legislativer und judikativer Ebene auf.
Literaturangabe: Daase, Christopher/Junk, Julian 2012: Netzwerke der Sicherheit. Überlegungen zum Umbau demokratischer Sicherheitspolitik, in: Sicherheit und Frieden / Security and Peace 30, 2, 94-100. 

07/2012 A Buddha to Protect. Cyclone Nargis and the Visual Politics of Security Working Paper 12 | 2012

Im Mai 2008 wütete der Sturm Nargis über Myanmar/Burma, 140.000 Menschen wurden getötet. Das autokratisch regierte Land wies jedoch Katastrophenhilfe als innere Einmischung zurück und verweigerte die Einfuhr von Medikamenten und Lebensmitteln. Der französische Außenminister Kouschner drängte angesichts dieser Situation die UN zum Handeln, auf Grundlage der Responsibility to Protect (kurz R2P). Dieser Akt der Versicherheitlichung steht allerdings im Kontrast zur Medienberichterstattung, wie Gabi Schlag in diesem Papier untersucht. Besonders das Bildmaterial aus dem Katastrophengebiet erzählt eine andere Geschichte. Die Photos der Berichterstattung von BBC.com zum Thema bilden ein visuelles Narrativ, welches keine Hilfsbedürftigkeit suggeriert, sondern kontrolliertes, besonnenes Vorgehen der lokalen Kräfte. Dieser Kontrast verweist auf die sprichwörtliche Macht der Bilder, welche die jeweiligen Bedingungen von Handlungsmöglichkeiten vorstrukturieren. Dieser Beitrag kann im Volltext heruntergeladen werden [Download]

08/2012 It's a Family Affair: Germany as a Responsible Actor in Popular Culture Discourse Aufsatz in International Studies Perspectives

In 2001, Afghanistan became a threat to Germany, an act of "writing security" that resulted in a strong Bundeswehr involvement in military missions. But to defend itself at the Hindu Kush in such a proactive way, Stephan Engelkamp and Philipp Offermann show, seems to be at odds with the noninterventionist history and identity of the Federal Republic. This identity conflict is reflected in a fierce and ongoing discourse on foreign deployments and Germany’s identity as a responsible actor in world politics. This article looks into representations of this identity conflict in recent German TV films, where Afghanistan veterans and their families struggle to come to terms with the mission. But fighting in Afghanistan does not necessarily lead to peace in Germany; the veterans’ traumatic experiences in Afghanistan result in frictions and conflicts at home. Only when (and if) the mission is narrated as responsible behavior that brings stability, fights terrorism, and saves brown women from brown men, Germany can reconcile itself with its temporal other and with the current war. Der Artikel kann bei ISP abgerufen werden, das institutionelle Abo vorausgesetzt [Download] Literaturangabe: Stephan Engelkamp, Philipp Offermann 2012: It's a Family Affair: Germany as a Responsible Actor in Popular Culture Discourse. In: International Studies Perspectives 13/3, Seite 235-253. doi: 10.1111/j.1528-3585.2012.00489.x

10/2012 Strategische Kultur und Sicherheitsstrategien in Deutschland Aufsatz in S+F / Sicherheit und Frieden 3/2012

Die Analyse einer strategischen Kultur eines Landes wurde in der Vergangenheit zumeist auf die strategischen Fähigkeiten politischer Eliten oder einer "strategic community" verengt. Christopher Daase und Julian Junk argumentieren in diesem Beitrag, dass es zu einem umfassenden Verständnis von strategischer Kultur wichtig ist, gesellschaftliche Werte und Einstellungen in die Analyse einzubeziehen. Nur so lassen sich Widersprüchlichkeiten und Diskrepanzen zwischen gesellschaftlichen Forderungen nach Sicherheit und nationalen wie internationalen Problemlösungsfähigkeiten verstehen. Der Beitrag illustriert diese Verschränkung zwischen verschiedenen Ebenen strategischer Kultur anhand einer Analyse der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Literaturangabe:
Daase, Christopher/Junk, Julian 2012: Strategische Kultur und Sicherheitsstrategien in Deutschland, in: Sicherheit und Frieden / Security and Peace 30, 3, 152-157.

04/2013 Zweiter Projekt-Sammelband Verunsicherte Gesellschaft - überforderter Staat: Zum Wandel der Sicherheitskultur

Der zweite Sammelband des Projekts ist herausgegeben von Christopher Daase, Stefan Engert und Julian Junk. Er versammelt insgesamt 18 Beiträge, die aus verschiedenen Perspektiven den Wandel der Sicherheitskultur beleuchten. Alle Informationen zum Band [hier].

06/2013 Sicherheitskultur als interdisziplinäres Forschungsprogramm Working Paper 5/2013

In diesem Working Paper skizziert Christopher Daase Sicherheitskultur als ein interdisziplinäres Forschungsprogramm. Daase unterscheidet zunächst drei Wandlungsprozesse des Sicherheitsverständnisses: erstens die thematische Erweiterung des Sicherheitsbegriffs von einem engen militärischen Verständnis zu immer weiteren Anwendungsbereichen wie wirtschaftlicher Sicherheit, ökologischer Sicherheit oder human security; zweitens die daraus resultierenden Überforderungen der Politik, allen diesen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden; aus dieser Überforderung folgt drittens eine Legitimationskrise gouvernementaler und intergouvernementaler Sicherheitsinstitutionen. Aus der Deutung dieses Zusammenhangs leitet Daase die Notwendigkeit eines kulturorientierten Forschungsprogramms ab. Der Wandel des Verständnisses von Sicherheit verursacht einen gesellschaftlichen Wandel und umgekehrt. Dieser Wandel geht weit über sprachliche Veränderung durch "Versicherheitlichung" hinaus. Was sich verändert, sind kulturelle Sichtweisen und Praktiken. Das Kulturkonzept zwingt dazu, den jeweiligen Forschungsgegenstand zu historisieren. Die Sozialwissenschaften sind zwar mit Kausalitäten konfrontiert, sie müssen aber stets mit historischen Ereignissen und kontingenten Brüchen ihres Forschungsgegenstandes rechnen. Im Zuge solcher Ereignisse und Brüche verändert sich, was als sicher und was als gefährlich gilt. Sicherheitskultur ist nach Daase der "gemeinsame Fokus" und die "verbindende Begrifflichkeit", die diese unterschiedlichen Forschungsperspektiven miteinander in Beziehung setzt.

Das Working Paper ist im Projekt-Buch Sicherheitskultur. Soziale und politische Praktiken der Gefahrenabwehr erschienen. Alle Informationen zum Band [hier]. Der Beitrag kann im Volltext heruntergeladen werden [Download]

06/2013 Interobjektivität. Sicherheitskultur aus Sicht der Akteur-Netzwerk-Theorie Working Paper 5/2013

Dieses Working Paper von Valentin Rauer wendet sich der Frage zu, wie methodisch auch nicht-diskursive und nicht-sprachliche Praktiken in die sicherheitskulturelle Analyse integriert werden können, ohne dass man einem naiven Realismus verfällt. Rauer schlägt einen Ansatz aus Sicht der Akteur-Netzwerk-Theorie vor. Statt stets nur zwischenmenschliches, das heißt intersubjektives Handeln zu analysieren, wäre die Perspektive auch auf Mensch-Maschine-Interaktionen zu erweitern. Zur Erforschung von intersubjektiv geltenden Regeln sollte die Erforschung interobjektiv geltender Regeln hinzutreten. Rauer bezieht sich dabei auf den Befund, dass der Begriff 'Sicherheitskultur' in öffentlichen Diskursen sich implizit stets auch auf Mensch-Maschine-Beziehungen bezieht. Zudem bietet die Akteur-Netzwerk-Theorie die Möglichkeit, Ursache-Wirkungsrelationen als graduell zu konzipieren, was der kulturwissenschaftlichen Kontingenzperspektive entspricht. Sicherheit bedeutet aus Sicht dieser Theorie eine Zunahme möglichst stabile Verknüpfungen und Interaktionen. Dabei wird Intersubjektivität tendenziell durch Interobjektivität ersetzt. Dieser Prozess wird an einem aktuellen Forschungsprogramm erläutert, welches sich mit dem Einsatz von Drohnen in europäischen Metropolen beschäftigt. An den Zielen dieses Projekts lässt sich zeigen, wie eine präventive Sicherheitskultur über die Förderung von Interobjektivität legitimiert wird.
Dieser Beitrag ist im Projekt-Buch Sicherheitskultur. Soziale und politische Praktiken der Gefahrenabwehr erschienen. Alle Informationen zum Band [hier]. Der Beitrag im Volltext heruntergeladen werden [Download].

06/2013 Humanitäre Interventionen als sicherheitskulturelle Praxis Working Paper 5/2013

Als Ausdruck einer globalen Sicherheitskultur versteht Julian Junk die 'Responsibility to Protect' in diesem Working Paper. Die internationale Schutzverantwortung ist der Referenzrahmen einer neuen, im Entstehen begriffenen internationalen Norm. Die Praktiken der Umsetzung dieser Norm begreift Junk als globale Kultur im Werden. Die Normen, so argumentiert der Beitrag, ist aber nicht nur in den Entscheidungen oder Plenardebatten über Interventionen selbst begründet, sondern wird auch in einer Analyse unterschiedlicher nationaler Mediendebatten deutlich und wirksam. Dabei kann der Beitrag zunächst aufzeigen, wie internationale Rechtfertigungsdiskurse über mögliche internationale Interventionen seit den 1990er Jahren die globale Norm der Schutzverantwortung gestärkt haben, selbst wenn eine Intervention ausblieb. Die vergleichende Feinanalyse verschiedener Leitmedien aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie den USA zur Intervention in Darfur zeigt deutlich, wie humanitäre Gründe zur Rechtfertigung einer Intervention angeführt werden. Dieser öffentliche Druck durch die Medien korrespondiert mit den Entscheidungen der nationalen Regierungen und liefert damit einen weiteren Hinweis für eine zunehmende Verstetigung einer globalen Norm der Schutzverantwortung. Interventionen erweisen sich damit als eine sicherheitskulturelle Praxis sowohl auf gesellschaftlicher wie weltgesellschaftlicher Ebene.
Dieser Beitrag ist im Projekt-Buch Sicherheitskultur. Soziale und politische Praktiken der Gefahrenabwehr erschienen. Alle Informationen zum Band [hier]. Der Beitrag kann im Volltext heruntergeladen werden [Download].
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Dritter Sammelband "Politik und Unsicherheit: Strategien in einer sich wandelnden Sicherheitskultur" erschienen Weiter »

Sammelband "Verunsicherte Gesellschaft - überforderter Staat" erschienen Weiter »