Sicherheitskultur im Wandel

Veranstaltungen: Panel Kommunikation 

 
 
  

Öffentliche Kommunikation über Sicherheitsbedrohungen im Wandel

Panel in München am 6. Oktober 2011

Bild des Panels

Die öffentliche Kommunikation von Politikinhalten ist Voraussetzung sowohl für die Legitimität als auch für die Effektivität politischer Entscheidungen. Dies ist besonders der Fall bei sicherheitsrelevanten Themen wie z. B. der Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen, der Gefahr von terroristischen Anschlägen oder dem Nutzen von militärischen Auslandseinsätzen. Öffentliche Kommunikation trägt nicht nur zur Aufklärung der Bürger bei, sondern birgt ein hohes Mobilisierungs- und Manipulationspotenzial. In Wohlstandsgesellschaften wie der deutschen steigt wieder (Un-)Sicherheit zur zentralen Drehachse der Politik auf. Vor diesem Hintergrund scheint aktuell das Zusammenspiel zwischen Inhalten, Akteuren und Auswirkungen von Kommunikation über Unsicherheit im Wandel zu sein. Erstens geht die Erweiterung der sicherheitspolitischen Agenda um „zivile Sicherheit“ einher mit einer verstärkten Wahrnehmung von Bedrohungen, die das gesamte Spektrum des Lebens betreffen. Zweitens findet eine Pluralisierung von sicherheitspolitischen Akteuren statt: Neben staatlichen Behörden prägen zunehmend die neuen Medien inkl. sozialer Netzwerke, wissenschaftliche Experten, Interessenvertreter von der Hightech-Industrie sowie Bürgerinitiativen die Landschaft der Sicherheitskommunikation. Die Technologie ermöglicht mittlerweile breiten Teilen der Gesellschaft, aktiv die Gestaltung der sicherheitspolitischen Agenda zu beeinflussen, statt passive Empfänger einer offiziellen Botschaft zu sein. Drittens gibt es unbeabsichtigte Auswirkungen der o.g. Entwicklungen, wie z.B. die Inflation von Schutzansprüchen seitens der Bürger, die potenziell zu Überforderung des Staates sowie zum Vertrauens- und Legitimitätsverlust führen.

Im Rahmen der 3. Sektionstagung Internationale Politik der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft organisierten wir in München das Panel "Who's Afraid of The Wolf? Öffentliche Kommunikation über Sicherheitsbedrohungen im Wandel". Politik- und Kommunikationswissenschaftler diskutierten im Panel über die erweiterte Agenda, die neuen Akteuren neben den Behörden und den Medien sowie die neuen Strategien (s. twitter, youtube.com etc) der (Un-)Sicherheitskommunikation.

Programm

Krisen- und Konfliktberichterstattung in deutschen Fernsehnachrichten
Michaela Maier/Karin Stengel/Ines Vogel/Marion Rahnke (Universität Landau)

Die Kommunikation der Risiken von Militärinterventionen in divergenten kulturellen Kontexten
Florian Roth (Universität Konstanz)

Die Kommunikation von Ambivalenz. Sicherheit und Unsicherheit in den Berichten nationaler und internationaler Sicherheitsinstitutionen
Christopher Daase (Goethe-Universität Frankfurt)

Wer hat Angst vorm Ausnahmezustand? Krisenanreize in der sicherheitspolitischen Kommunikation
Henrike Viehrig (Universität Köln)

Chair
Georgios Kolliarakis (Goethe-Universität Frankfurt)

Discussant
Christiane Schlötzer (SZ)

Das gesamte Programm der Tagung ist hier einzusehen [Download]

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