Sicherheitskultur im Wandel

PublikationenWorking Papers: 2011 

 
 
  

Working Papers 2011

Im Jahr 2011 haben wir folgende die folgenden Working Papers veröffentlicht:

 

Sichere Gesundheit – gesunde Sicherheit: Pandemien als objektives und subjektives (Sicherheits-)Risiko

Working Paper 9

Sichere Gesundheit – gesunde Sicherheit: Pandemien als objektives und subjektives (Sicherheits-)Risiko

Stefan Engert

Die Globalisierung, v. a. der gestiegene Flugverkehr, die zunehmende Verstädterung und das Vordringen in den tropischen Regenwald haben eine erhöhte Verwundbarkeit der Menschheit gegenüber Viren und Bakterien zur Folge und damit die mathematische Wahrscheinlichkeit von Pandemieereignissen erhöht (objektive Unsicherheit). Aber auch das Bewusstsein von Gesellschaften, Staaten und internationalen Organisationen gegenüber solchen Risiken ist deutlich größer geworden (subjektive Unsicherheit): Pandemieereignisse werden auf der inter-gouvernementalen Ebene immer mehr als existenzielle Bedrohung aufgefasst und zunehmend "versicherheitlicht". Dabei ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass ein versicherheitlichtes Regierungshandeln, das auf eine möglichst effektive Problemlösung fokussiert ist, auf Kosten der individuellen Freiheits- und Bürgerrechte einer Gesellschaft geht. Der problematische trade-off zwischen Sicherheit einerseits und Freiheit andererseits lässt sich besonders gut am Beispiel von Singapurs Umgang mit SARS-Krise zeigen.

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Globale Sicherheitskultur und die "Responsibility to Protect"

Working Paper 8

Globale Sicherheitskultur und die "Responsibility to Protect"

Julian Junk

Dieser Beitrag widmet sich dem Begriff der "globalen Sicherheitskultur". Um dem globalen Charakter analytisch gerecht zu werden, muss die Operationalisierung in anderer Weise erfolgen, als es beispielsweise einer im nationalstaatlichen Rahmen verhafteten Kultur nötig ist. So hebt der Beitrag den Prozesscharakter sowie die Bedeutung von rechtlichen wie diskursiven Praktiken der Staaten hervor. Empirisch steht die Responsibility to Protect (R2P) und die Frage, ob diese bereits eine globale Sicherheitskultur und mithin eine fundamentale Erweiterung des Sicherheitsverständnisses konstituiert, im Zentrum des Artikels. Hierzu wird zunächst die Entwicklungsgeschichte der Norm analysiert und schließlich deren Umsetzungspraxis anhand von Interventions- (Darfur) und Nicht-Interventionsfällen (Myanmar, Georgien, Kenia, Somalia und Simbabwe) untersucht. Der Beitrag schließt mit der Beobachtung, dass die R2P in der Tat bestimmte Elemente einer globalen Sicherheitskultur (im Werden) beinhaltet.

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Subkulturen der Sicherheit. Die Münchner Sicherheitskonferenz und die Münchner Friedenskonferenz im Vergleich

Working Paper 7

Subkulturen der Sicherheit. Die Münchner Sicherheitskonferenz und die Münchner Friedenskonferenz im Vergleich

Christopher Daase und Philipp Offermann

Die Münchener Sicherheitskonferenz bietet seit fast 50 Jahren eine wichtige Plattform, bei der sich die geladenen TeilnehmerInnen – zumeist Angehörige von Regierungen und Streitkräften sowie Wirtschaftsverteter – im Bayrischen Hof in München über sicherheitspolitische Fragestellungen austauschen. Parallel findet seit ca. 10 Jahren eine weniger bekannte Münchener Friedenskonferenz statt, welche sich als explizite Gegenveranstaltung zur Sicherheitskonferenz versteht und von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen u.a. aus der Friedensbewegung getragen wird. Dieser Artikel stellt eine erste Auswertung der teilnehmenden Beobachtung beider Konferenzen im Februar 2010 dar. Zusammen, so die These, bilden beide Veranstaltungen ein sicherheitskulturelles event: Die Sicherheitskonferenz nimmt dabei eine hegemoniale Stellung ein, während sich die Friedenskonferenz klar als Ausdruck einer Gegenkultur begreift und auch so wahrgenommen wird. Beschreibung und Analyse dieses events legen neben einem Vergleich der materiellen, praktischen Ebene (etwa der unterschiedlichen Verortung in der Stadt) besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Sicherheitsdiskurse, also Fragen der Themensetzung, der Konzeption von 'Sicherheit' sowie der allgemeinen Gesprächskultur. Eine solche Analyse liefert damit eine empirische Annäherung an eine spezifische deutsche Sicherheitskultur.

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Bildpolitik und Sicherheitskultur: Das TIME-Cover "Aisha"

Working Paper 6

Bildpolitik und Sicherheitskultur: Das TIME-Cover "Aisha"

Gabi Schlag

Im Zeitalter globaler Mediennetzwerke haben Bilder von Kriegen, Gewalt und menschlichen Katastrophen einen starken Einfluss auf Sicherheitskulturen. In Auseinandersetzung mit dem visual turn, der seit geraumer Zeit auch in der kritischen Sicherheitsforschung rezipiert wird, schlägt der Beitrag einen ikonologischen Ansatz vor, um der vielbeschworenen Macht der Bilder auf den Grund zu gehen. Zentrales Anliegen ist es, Bilder als Bilder in der politikwissenschaftlichen Forschung ernst zu nehmen. Im zweiten Teil wird dieser Ansatz genutzt, um ein Titelbild der Zeitschrift TIME zu interpretieren. Dieses Bild, das eine junge, afghanische Frau zeigt, der als Bestrafung die Nase und Ohren abgeschnitten wurden, symbolisiert eine visuelle Ikone der Schutzverantwortung. Gleichsam offenbart diese symbolische Form auch eine grundlegende Spannung zwischen Versicherheitlichungs- und Politisierungsdynamiken von gender und Menschenrechten vor dem Hintergrund einer Begründung des Afghanistaneinsatzes. Solche Bilder, so das abschließende Ergebnis, sind Ausdruck von Sicherheitskultur und sollten eine stärkere Beachtung in der politikwissenschaftlichen Sicherheitsforschung finden.

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Die neue Ambivalenz in der Sicherheitspolitik: Sicherheitskultur als tiefer Kontext

Working Paper 5

Die neue Ambivalenz in der Sicherheitspolitik: Sicherheitskultur als tiefer Kontext

Georgios Kolliarakis

Angesichts aktueller Sicherheitsbedrohungen, die die gesellschaftliche Alltagsnormalität dramatisch zu unterbrechen vermögen, stoßt die Politik ziviler Sicherheit an der Grenze von Berechenbarkeit und rationaler Planung. Zivile Sicherheit wird zunehmend in Bezug auf die Vulnerabilität kritischer Infrastrukturen und dies favorisiert gewisse sicherheitspolitische Reaktionsmuster wie z.B. den Fokus auf Bedrohungen mit niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schadensausmaß, aktionistische Symbolpolitiken, und das Vorantreiben von High-Tech Innovationen. Das Definieren und Priorisieren von bestimmten neuen Themen als Sicherheitsbedrohungen sowie das Selektieren bestimmter Behandlungsoptionen sind Manifestationen herrschender Sicherheitskultur. Sicherheitskultur liefert sicherheitspolitischen Entscheidungen einen "tiefen Kontext" und auf einer unsichtbaren Weise hilft sie dabei, Ungewissheit und Ambiguität zu reduzieren und politische Dilemmata zu überwinden um handlungsfähig zu werden. Nichtdestotrotz ist Sicherheitskultur ein ambivalenter Mechanismus, der die politische Fähigkeit, aktuellen Probleme erfolgreich zu begegnen und zukünftige zu antizipieren, steigern aber auch unterminieren kann.

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Von der Schuldkultur zur Sicherheitskultur. Eine begriffsgeschichtliche Analyse 1986 - 2010

Working Paper 4

Von der Schuldkultur zur Sicherheitskultur. Eine begriffsgeschichtliche Analyse 1986 - 2010

Valentin Rauer

In der Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland wurde der Begriff "Sicherheitskultur" durch den Untersuchungsbericht der internationalen Atomenergiebehörde zum Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahre 1986 eingeführt. Seit dieser Einführung nimmt die Häufigkeit des Begriffs in den deutschen Printmedien Medien stets zu. Im Vergleich zu den Jahren 2000-2004 hat sich die Nennung in den Jahren 2005-2009 nahezu verdoppelt. Im Zuge dieser Entwicklung wird der Bedeutungsraum des Konzepts von seinem ursprünglichen Referenzzusammenhang gelöst und entfaltet eine genuine Eigenlogik. Semantisch lassen sich zwei Hauptfunktionen identifizieren: eine komparative Funktion und eine operative Funktion. Die komparative Funktion dient dazu, kollektive Akteure mit Blick auf ihren Umgang mit Sicherheit zu vergleichen. Die operative Funktion nimmt hingegen Relationen in den Blick: zwischen Mensch-Maschinen, Mensch-Menschen und Mensch-Regeln. Diese zweite Funktion lenkt den Blick auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen, die sich weder rein der technologischen noch rein der kulturellen Ebene zurechnen lassen. Anders als der rationalistisch kalkulierende Risikobegriff, beobachtet der öffentliche Blick auf Sicherheitskulturen nicht mehr allein die Rationalität der Akteure, sondern Verknüpfungen von Techniken und kulturellen Interpretationsmustern.

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Sicherheitskultur – Ein Konzept zur interdisziplinären Erforschung politischen und sozialen Wandels

Working Paper 3

Sicherheitskultur – Ein Konzept zur interdisziplinären Erforschung politischen und sozialen Wandels

Christopher Daase

Das Konzept der Sicherheitskultur ist zuletzt in den Focus verschiedener akademischer Teildisziplinen gerückt. Warum das so ist und welche neuen Perspektiven sich mit dem Kulturbegriff ergeben haben, soll im ersten Teil dieses Beitrags dargestellt werden. Im zweiten Teil werden exemplarisch drei unterschiedliche disziplinäre Zugänge zur Sicherheitskultur beschrieben, um die Möglichkeiten interdisziplinärer Kooperation in der Sicherheitsforschung auszuloten. Schließlich soll im dritten Teil ein kulturwissenschaftlicher Ansatz skizziert und abschließend präzisiert werden, auf welche Art von Forschungsfragen dieser Ansatz Antworten geben könnte.

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