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Sicherheitskultur im Wandel
 
 

Sicherheitskultur im Wandel

Alle wollen Sicherheit! Sicherheit vor Krieg und Gewalt. Sicherheit vor Terrorismus und Kriminalität. Sicherheit vor den Folgen der Umweltzerstörung und wirtschaftlicher Krisen. Sicherheit ist zum zentralen Wertbegriff unserer Gesellschaft geworden. Aber die stetige Ausweitung des Sicherheitsbedürfnisses stellt die Sicherheitspolitik national wie international zunehmend vor Aufgaben, die kaum noch bewältigt werden können. Es besteht gegenwärtig ein eklatanter Widerspruch zwischen den gesellschaftlichen Sicherheitserwartungen und der Fähigkeit nationaler und internationaler Akteure, diese Erwartungen zu erfüllen. Umgekehrt treffen sicherheitspolitische Entscheidungen häufig auf Unverständnis und Kritik in der Gesellschaft. Sicherheit ist zu dem umstrittenen Begriff schlechthin geworden. Um das Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen sicherheitspolitischen Handelns zu schärfen und die Debatte über sicherheitspolitische Grundfragen zu befördern, ist ein Verständnis des Wandels der Sicherheitskultur notwendig.

Sicherheitskultur bezeichnet die Gesamtheit der Überzeugungen, Werte und Praktiken von Individuen und Organisationen, die darüber entscheiden, was als eine Gefahr anzusehen ist und mit welchen Mitteln ihr begegnet werden soll. Sicherheitsbedrohungen existieren nicht einfach, sondern sind zumindest teilweise durch gesellschaftliche Normen und Praktiken konstruiert. Andererseits ist die gesellschaftliche Wahrnehmung von Unsicherheit nicht voraussetzungslos. Sie reagiert einerseits auf reale Gefahren (z.B. Umweltzerstörung, internationalen Terrorismus oder Pandemien) und andererseits auf politische Vorgaben (z.B. energiepolitische Entscheidungen, nationale Terrorwarnungen oder Appelle zur Gesundheitsvorsorge). Sicherheitskultur entsteht und wandelt sich im Wechselverhältnis von Politik, Gesellschaft und äußeren Bedrohungen.

Dieses Forschungsprojekt wird für drei Jahre finanziert vom BMBF (Projektstart Juni 2010) und ist an der Goethe-Universität Frankfurt an der Professur Internationale Organisationen angesiedelt.

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